2024: Cidertrail in Asturien uind Bilbao (29.8. - 5.9.2024)

 

Donnerstag (29.8.2024): 5 Uhr aufstehen, 6 Uhr Bahn, 7:12 am Flughafen, 9 Abflug, alles funktioniert. 1 h 10 bis Brüssel, 11 Uhr Abflug, 13 Uhr Ankunft Bilbao. Es ist bedeckt. Taxifahrt zum Cercotel Coliseo (35 €). Wir können das grosse, moderne Zimmer schon beziehen und machen uns um 14 Uhr auf zum Guggenheimmuseum. Von weitem begrüsst uns das skelettartige, fischähnliche Gebäude von Franz Gary. Es besteht aus 33000 Titanstücken von 1/2 mm Dicke. Frank Gehri hat mit seinem kolossalen Bauwerk den so genannten Guggenheim Effekt für Bilbao ausgelöst. Vor dem Eingang steht Puppy, der Welpe aus 18000 Ringelblumen in vielen Farben, imposant und schön! Wir suchen den Eingang, lösen das Ticket für 9 € und stehen im Innern des komplexen Gebäudes aus Stahlträgern, hellen Kalksteinen und Titanplatten. Im 1. Stockwerk befinden sich in einer grossen Halle die berühmten rostbraunen, tonnenschweren und begehbaren Eisenwänden von Richard Zera, die Installation «Die Materie der Zeit». Vom Balkon aus sieht man «Maman» die Riesenspinne von Louisa Bourgeois, den Puente La Salve über den Fluss Nervion und das Werk «Arcos rojos» (Rote Bögen) von Daniel Buren. Sie steht mit zwei aus Titanblech verkleideten Gerüsttürmen neben der Brücke (Torre de La Salve), die als Treppenverbindung zwischen der Brücke und dem Museum dienen. Im 2. und 3. Stockwerk des Museums finden wir moderne Popkunst von Andy Warhol, Gilad, Jenny Holzer, ein schönes Gemälde von Rokko und die «Tulpen» von Jeff Koons. Nach zweieinhalb Stunden verlassen wir begeistert das Museum. Zurück im Hotel um 18 Uhr sind wir müde, bearbeiten wir unsere Fotos und ruhen etwas aus, bis wir um 19 Uhr in die Altstadt zum Pinchos Essen marschieren. Auf der Plaza Nueva, einem rechteckigen Platz sind rundum Pinchosbars aufgereiht. Leider tröpfelt es leicht. Wir gehen zweimal in eine Bar, essen je zwei Pinchos und trinken ein Glas Wein. Auf dem Heimweg nehmen wir noch einen kleiner Schlummertrunk nahe dem Hotel, um 22:30 Uhr sind wir im Hotel müde und zufrieden.

Das Guggenheim Museum hat sich seit Eröffnung 1997 zum Wahrzeichen und Touristenattraktion Bilbaos gemausert. Es ist auf einem Grundstück von 32.500 m2. Im Inneren hat es 11.000 m2 Ausstellungsfläche. Das vom Kanadier Frank O. Gehry entworfene Gebäude bietet mit avantgardistischer Architektur grossartigen Rahmen für Präsentation von Meisterwerken der modernen, zeitgenössischen Kunst.  Die Gestaltung des Gebäudes folgt Stil von Gehry. Inspiriert von Formen und Texturen eines Fisches, kann es als Skulptur, als Kunstwerk an sich, betrachtet werden. Das Museum ist im Wesentlichen eine Hülle, die an industrielle Vergangenheit und Hafenleben Bilbaos erinnert. Die traditionellen Industrien, Metallurgie, Schifffahrt sind in Materialien und Formen präsent: Titan, Stahl, entfaltete Segel, Schiffe, ein riesiger Fisch, konstruiert aus Kalkstein, Titan, Glas. 33`000 Titanstücke von 1/2 mm Dicke wurden verwendet, von denen jedes eine einzigartige Form hat. Das Glas ist speziell behandelt, um Sonnenlicht durchzulassen, aber keine Wärme zu erzeugen. Aussenhaut Museums ist aus Titanplatten gefertigt. Zur Sammlung gehören Werke grosser Künstler wie David Salle, Chillida, Jeff Koons, Louis Bourgeois, Robert Rauschenberg. Es beherbergt 40 Schlüsselwerke der berühmtesten Künstler der Pop Art.

 

Einige Werke: 
• Jeff Koons «Puppy (Welpe)» , 1992, Edelstahl, Blumenerde, Blütenpflanzen 1240 x 1240 x 820 cm. Der überdimen-sionierte, riesige Hundewelpe, der seit Eröffnung des Museums vor dem Eingang wacht, besteht aus über 17`000 Ringel-blumen, Begonien, Petunien und jeder Menge anderer Blumen. Blühendes Wahrzeichen ist der Hund, der völlig anders ist als alle anderen. Es handelt sich um den Welpen eines West Highland White Terriers. 16 t, Skelett aus Stahl, geotextile Haut, auf der rund 38.000 Blumen blühen.
• Jenny Holzer: Installation für Bilbao, 1997/2017 Elektronisches LED-Schild. Jenny Holzer wählt Worte als Mittel des künstlerischen Ausdrucks. Ihre Aphorismen erinnern uns daran, dass Sprache einfach und unkompliziert sein kann: selbstverständliche Wahrheiten, Sätze, die man auf der Straße über Krieg, Politik, Tod oder Gewalt hört. Bis 1979 hatte sie mehrere Hundert Einzeiler geschrieben. Beginnend mit „WENIG WISSEN REICHT VIEL“ .  
• Louise Bourgeois: Maman, 1999, Bronze, Marmor und Edelstahl 927 x 891 x 1023 cm. Maman ist fast 9 m hoch und eine der ehrgeizigsten Skulpturen einer Reihe von Skulpturen von Bourgeois, die die Spinne zum Thema haben, Motiv, das erstmals in 1940er Jahren in Zeichnungen der Künstlerin auftauchte und in 1990er Jahren eine zentrale Rolle im Werk einnahm. Als Hommage an ihre Mutter, eine Weberin, gedacht, sind Bourgeois Spinnen als Symbole der Mutterschaft höchst widersprüchlich: Sie deuten sowohl auf Beschützer als auch auf Raubtier hin – die Seide einer Spinne wird sowohl zum Bau von Kokons als auch zum Festbinden von Beute verwendet – und verkörpern sowohl Stärke als auch Zerbrechlichkeit.

Anish Kapoor: Skulptur „Tall Tree and the Eye (2009), Der große Baum“ bestehend aus 73 reflektierenden Kugeln aus rostfreiem Stahl ruht auf drei Achsen.

• Richard Serra und die Verwendung geometrischer Firmen: Die Werke aus der die Installation «Die Materie der Zeit» besteht, erinnern an konventionelle geometrische Formen wie Kegel, Ellipse, Kugel oder Spirale; Diese werden in andere komplexe Formen wie Bullen, elliptische Drehungen, Spiraldrehungen und ihre möglichen Kombinationen verwandelt, die bei Besuchern einzigartiges Erlebnis von Raum, Zeit und Bewegung erzeugen.
Yoshitomo Nara einer der bekanntesten Künstler seiner Generation. Sein Werk ist bekannt für kindlichen, kühnen, karikaturistischen Charaktere mit grossem Kopf und großen Augen, manchmal rätselhaft und bedrohlich, provokant und frech, manchmal melancholisch und zerbrechlich, die im Laufe seiner Karriere immer gelassener und nachdenklicher wurden. Auch wenn er von Kunstwelt nicht sofort akzeptiert wurde, ist der innovative grafische Stil von Nara heute voll konsolidiert. Seine Figuren - Kinder, Tiere, hybride Wesen - sind ein Spiegelbild seiner selbst.

• Sol Lewitt: Der Konzeptkünstler (1928–2007) fertigte seine Wandgemälde nach einer Reihe von Anweisungen an, die in Natur der Werke selbst eingewoben waren. Diese materialisierten sich in Diagrammen mit genauen Angaben zu Farben, Strichen, Oberflächen und wurden mit speziellen „Wall Drawing“ -Seriennummer zertifiziert.

Freitag (30.8.2024): Im Hotel bekommen wir ein reichhaltiges Morgenessen. Anschliessend Spaziergang in Altstadt Bilbaos. Zuerst besuchen wir die Kathedrale, welche innen einfach aber schön ausgestattet ist. Von der Artekalestrasse mit Altstadthäusern gehen wir zur San Anton Kirche und Brücke unten am Fluss Nervión, von der man einen tollen Ausblick auf den Fluss hat. Vom Marktplatz aus zurück zur Altstadt, wo wir den Laden des Baskenmützenherstellers Gorostiaga suchen. Bruno und ich kaufen eine. Um 11:30 Uhr sind wir im Hotel, erfrischen uns, checken aus, lassen die Koffer noch im Hotel. Unser Spaziergang führt uns von der Moyua U-Bahnstation bis zum Parque Doña Casilda Iturrizar, die grösste Grünfläche Bilbao. Nach Pinchos-Mittagessen holen wir die Koffer im Hotel und spazieren zum Pappy beim Guggenheimmuseum, wo wir um 15 Uhr von Urzula abgeholt werden. Urzula trifft mit zwei Autos ein. Paco der andere Fahrer holt in einem anderen Hotel sechs Frauen ab. Die Gruppe ist also sehr gross. Acht Frauen, 6 aus USA, 2 aus Grossbritannien, Bruno und ich und dazu die 2 Guides Ursula und Maria. Die Fahrt nach Gagnas de Onis dauert lang, 3 h 30. Schlussendlich kommen wir an, gehen ins Hotel Lagos, deponieren das Gepäck und machen uns sofort auf zur Brücke, wo wir die Ponte Romana mit dem Siegeskreuz von Peloya fotografieren wollen. Anschliessend gibt es den wohlverdienten Aperitif. Um 20 Uhr ist Nachtessen im Hotel, mit einer grossen und lauten Runde von Englisch sprechenden Frauen. Glücklicherweise sitzt neben mir Paco, der einzige Spanier, mit dem ich mich doch ein wenig unterhalten kann. Eine Amerikanerin fragt mich nach meiner Alter. Nachdem ich sage, ich sei 79, bricht ein allgemeiner Applaus aus, den ich gar nicht so recht verstehe. Das Nachtessen ist ausgezeichnet, der 1. Gang Artischocken mit einem Ei, der 2. Fisch mit und Panna Cotta zum Dessert. Wein gibt es ausgiebig, die Frauen trinken kräftig mit. Es ist sehr laut. Ich verstehe fast kein Wort. Noch Vroni telefonieren, um 22:30 Uhr sind wir Bett.

 

Cangas de Onís ging als 1. Hauptstadt des Königreichs Asturien in Geschichte ein. Eine der Spuren ist in der Kirche Heiligen Kreuzes. 737 von König Favila, Sohn von König Pelayo, erbaut. Es beherbergte das Eichenkreuz, das Pelayo in Schlacht von Covadonga trug, das später zum Siegeskreuz wurde. Das Victoria-Kreuz und die Römerbrücke (Puentón genannt) sind unverwechselbare Symbole der Geschichte Asturiens. Die Brücke führt über den Fluss Sella. An Hauptbogen hängt das riesiges Victoria-Kreuz.

Samstag (31.8.2024): Ritt in 4 h zu Seen von Cavadonga. Nach unruhigem Schlaf gibt es ein ausgiebiges Morgenessen. Wir bekommen ein T-Shirt des El Dorado Reiterhofes. 10 Uhr Gepäck verladen, Fahrt zu Stallungen, wo draussen 20 angebundene Pferde stehen. Ursula führt mich zu einem kleinen Braunen, der Nippon heisst. Dann fahren wir mit dem Auto zur Besichtigung der Queseria Demués, die einen berühmten Schimmelkäse herstellt. Die Führung ist kurz, interessant und schon sind die Pferde mit dem Transporter eingetroffen. Sattel und Steigbügel anpassen, aufsteigen, erste Reitinstruktionen. Schön hintereinander reiten, genügend Abstand, aufeinander aufpassen, diese drei Pferde schlagen manchmal aus. Nun geht es auf der Landstrasse hinunter ins Dorf, dann viele Kilometer auf einem Bergpfad hinauf Richtung Berge, welche vom Nebel umhüllt sind. Die Landschaft ist grün, überall Weiden, Kühe, manchmal sind sie von einem Hund bewacht. In der Ferne schreien Esel. Dann erreichen wir einen Pass. Es geht weiter, ohne dass wir viel von der Karstlandschaft sehen, mit Ausnahme eines kleinen grünen Beckens mit Dolinen. Es ist eine Alpweide mit etlichen alten Steinhäusern. Dann geht es weiter steil hinauf. Wir erreichen ein Restaurant, bei dem viele Autos stehen. Wir haben die Cavadongaseen erreicht, sehen Sie aber im Nebel nicht. Es ist recht kühl, die letzten Meter waren zu Fuss über eine Wiese. Glücklicherweise ging es mir gut. Die Pferde werden angebunden. Wir finden uns beim Mittagessen mit reichlich Wein und lautem Frauengelächter. Leider hat Pegasus der Leitung nicht mitgeteilt, dass ich Knoblauch und Zwiebeln nicht vertrage. Nach dem Essen fahren wir im Auto - die Pferde werden verladen - zum Wallfahrtsort von Cavadonga mit dem Grab von König Pelayo. Es ist in einer Felsennische und in einer kleinen Marienkapelle. Dann treffen wir uns bei den Autos. Es gibt eine lange Fahrt durch ein enges Tal mit unzähligen Kurven hinunter nach Oseja de Sajambre. Bruno und ich beziehen ein Doppelzimmer in einem anderen Hotel. Um 20:30 Abendessen, der 1. Wein ist ungeniessbar, der 2. ein Riva del Duero sehr gut. Da es im Entrée und im Hauptgang Knoblauch und Zwiebeln hat, bekomme ich ein Spezialplättchen mit Schinken. Alle schauen staunend darauf. Aber ich sage nur - ja, da ist, weil Urzula mich gerne hat. Der Abend ist fröhlich, ich zeige Urzula mein Fotobuch von unserem gemeinsamen Trail nach Santiago de Compostela. Um 22 Uhr gehen wir im leichten Regen, vorher hat es stark geregnet, ins Hotel zurück, wo ich 14 Postkarten schreibe.

Sonntag (1.9.2024): Ritt (5 h) von Oseja Sajambre über Panderrurda 1450 m nach Posada Valdeón. 8 Uhr aufstehen, 9 Morgenessen, 10 Uhr Koffer verladen. Dann besuchen wir das moderne Museum zum Naturpark Picos de Europa im Dorf. Um 11:15 Uhr sind die Pferde auf dem Parkplatz und um 11:30 Uhr ist Abtritt. Es geht einen schattigen Hohlweg hinauf zum Pass Puerto de Panderrueda auf 1405 m. Die Strecke ist so steil, dass wir öfters anhalten, damit die Pferde durchatmen können. Der Weg ist sehr schön, friedlich, schattig. Etwa um 14:15 Uhr sind wir beim Pass angelangt, wo ein schöner Picknicktisch vorbereitet ist. Alles ist ausgezeichnet organisiert. Ich bekomme sogar eine Spezialplatte mit Reis und Ei. Auch Wein, Cidre, Kaffee und Schnaps sind vorhanden. Die Pferde ruhen abgesattelt. Nach einer langen Mittagspause, einige legen sich auf Matten an die Sonne, geht es um 16 Uhr weiter. Die Pferde werden satt gesattelt, aufgesessen lassen wir sie ein wenig grasen. In diesem Moment legt sich mein Pferd auf die Knie, dann auf die Seite und will sich am Boden wälzen. Ich kann es nicht mehr hochziehen, es geht zum Boden und da ich Angst habe, unter dem Pferd zu landen, lasse ich mich auf der Seite abrollen. Urzula kommt und tritt das Pferd, damit es rasch aufsteht steht, ohne dass der Sattel Schaden nimmt. Nichts ist passiert, alles kontrollieren, wieder aufsteigen, los geht es. Der zweieinhalbstündige Ritt hinunter nach Valdeón führt uns auf einem schönen Weg durch lichten Laubwald hinunter. Leider werden die Galoppaden unterbrochen. Nippon, der vorwärtsdrängt, muss ich immer zurückhalten. Ein Pferd verliert ein Hufeisen, aber dann kommen wir an unserem Ziel an. Hier trinken wir zuerst ein Bier, dann wird geduscht. Um 8 Uhr gibt es Nachtessen, wiederum mit einer speziellen Platte, Gemüse und Eierkuchen für mich. Heute ist es nicht so laut. Um 22 Uhr sind schon alle weg, nur Bruno und ich leeren das letzte Glas Rosé.

Montag (2.9.2024): (Ritt 5 h) Posada de Valdeon über Pandetrave-Pass (1566 m) nach Espinama (1000 m) ins Hotel Ramona, 15:30 - 18:15. 14 km. Um 10 Uhr bei den Pferden, die schon gesattelt sind. Etwa um 10:30 Uhr reiten wir ab. Wir reiten lange ein tunnelartigen Weg entlang, rechts Steinmauern über uns Rosengirlanden und Büsche. Es geht oft steil aufwärts, und wir müssen die Pferde entlasten. Es ist nebelig und feucht. Ich bin froh, dass ich die Regenjacke trage. Wir kommen durch leichten Laubwald, durch Farn- und durch Ginsterfeldern. Nach 2 h sind wir auf dem Pandetrave-Pass, wo es zu regnen beginnt. Die Küchencrew hat ein Zelt aufgestellt und bewirtet uns wie immer bestens. Wir haben die Regenmäntel angezogen, die die Tour zur Verfügung stellt. So können wir das Mittagessen trotzdem etwas im Trockenen geniessen. Nach etwa 1 ½ h geht es weiter. Wir warten immer etwas lange, bis alle Frauen bereit sind. Es gehen nochmals etwa 200 m hinauf. Auf dieser Strecke machen wir im dichten Nebel zwei rasante Galoppaden, bei dem man den Vordermann kaum mehr sehen kann. Mein Pferd Nippeln ist sehr gut und drängt vorwärts. Auf dem Steinweg ist es aber recht mühsam, da ein Pferd vor mir andere Pferde nicht in der Nähe verträgt und auch ausschlägt. So muss ich mein Pferd wieder zurückhalten. Mein linker Arm schmerzt mich rasch sehr stark so, dass ich in der Nacht eine Tablette nehmen muss, um einschlafen zu können. Wir sind zum 1. Mal recht früh im Hotel Ramona, bekommen ein gutes Zimmer, duschen, erledigen unsere Fotos Post und dann geht es zum Apéro und Nachtessen.

Dienstag (3.9.2024): Ritt 3.5 h. Espinama (900 m) zum Pass Hotel Aliva auf 1668 m (Mittagessen), dann 14 km durch Gletscherlandschaft auf Mittelmoräne nach Sotres (1030 m) ins Hotel Penia Castil. Um 10:45 Uhr reiten wir in Espinama ab. Es geht zuerst lange auf einem Weg hinauf in ein Tal. Von Zeit zu Zeit müssen wir die Pferde ruhig stehen und atmen lassen. Es geht immer höher und höher, bis wir in ein Waldgebiet kommen, wo nur noch die Kalkfelsen aus dem Nebel ragen. Die Vegetation besteht nur noch aus Alpweiden, wo einigen Pferdegruppen sind. Es ist kalt, der Nebel umhüllt uns, aber wenigstens regnet es nicht. Wir kommen immer höher und erreichen nach 2 1/4 h den Puerto de Avila auf 1668 m, wo wir die Pferde anbinden und zum Mittagessen ins Restaurant Hotel Avila gehen. Es gibt Entrecôte mit Pommes, dann eine kleine Siesta, während die Guides die Pferde vorbereiten. Um 16:30 Uhr geht es weiter, hinunter auf einer langen Mittelmoräne zwischen zwei alten Gletschertälern. Es ist so kalt, dass ich den Regenmantel anziehen muss. Bizarre Kalkfelsen ragen hoch, das Gras ist niedrig, aber bei jedem Halt, wollen die Pferde fressen. Der Weg zieht sich weit hinunter bis wir nach circa 2 h etwas erhöht unser Ziel das Dorf Sotres sehen. Es ist die höchste Ortschaft von Asturien (1050 m). Um 16 Uhr kommen wir an. Die Pferde gehen auf eine Weide und wir ins Hotel Penia Castil. Wir haben Zeit zu duschen, Fotos bearbeiten, relaxen, um 20:30 Uhr gib es Nachtessen. Dies ist sehr gut und reichhaltig. Die Stimmung ist auch gut, etwas ruhiger. Ich verstehe mehr als früher, da die Gruppe doch recht müde zu sein scheint. Um 22:20 Uhr sind schon alle weg, wir verbleiben noch ein wenig mit den Leiterinnen Ursula Maria und Sara, dann geht es auch ins Bett. Mir geht es bestens.

Mittwoch (4.9.2024): (Ritt 4 h). Von Sotres durch den Nationalpark Picos de Europa über Refugio Casetón de Ándara zum Parkplatz, wo die Pferde verladen werden. Picknick, dann Fahrt nach Póo de Llanes ins Hotel MIramar. 9 Uhr Morgenessen wie immer. Um 11 Uhr geht es bergwärts, 700 m hoch bis zum Refugio Casetón de Ándara, ein Felsenpass, wo früher ein Bergwerk war. Der Aufstieg führt zuerst entlang einer Strasse, vorbei an Ginster und Farn, dann einen Bergweg hinauf in die Kalkfelsen. Hier sind nur noch Alpwiesen, Felsen, Kühe und kleinere Pferdegruppen. Auf eine Felsenkuppe entdecken wir eine Gämse. Vom Pass aus geht es einen gefährlichen, engen Bergweg weiter. Rechts ragen hohe Felsen auf, links fällt es über eine Steinhalde tief hinunter. Der Abstieg ist recht mühsam. Es ist recht kühl, aber es regnet wenigstens nicht. Nach einem kurzen Galopp und zwei langen Schrittstrecken erreichen wir endlich einen zweiten Pass, wo auf uns das Picknick wartet. Es ist wie immer von Sara und Pedro bestens vorbereitet. Wir waren lange an einem Stück unterwegs und freuen uns auf das Essen. Nach dem Essen geht es eine Viertelstunden Fahrt ans Meer nach Póo, wo wir im Hotel einchecken. Es reicht noch kurz für einen Spaziergang zum Meer, um dort in der Strandbar einen Aperitif zu trinken. Leider regnet es nun stark. Um 20:30 Uhr ist Nachtessen in einer Bar, wo viele gute Plättchen auf den Tisch kommen. Die Stimmung ist immer gut und sehr laut. Ich verstehe fast nichts, trotzdem geniessen wir den Abend. Um 23:00 Uhr sind wir im Bett.

Donnerstag (5.9.2024): Ritt 3 h. Von Póo reiten wir der Küste entlang zum Strand von Cuevas del Mar. Um 10:45 Uhr starten wir in Po auf dem Camino de Nord entlang Atlantikküste. Die Landschaft ist regengrün, unter uns sehen wir viele kleine sandige Buchten. Aus dem Meer ragen Felsen, an denen sich graue Wellen schlagen. Es geht ruhig voran, bei einem Meeresarm, muss ich vorreiten, da Urzulas Pferd nicht weitergehen will. Von nun an reite ich weit vorne, im Gegensatz zum Anfang der Tour, als wir immerzu hinten bei Maria waren, der einzigen, die Deutsch sprach. Die Sonne scheint kurz, doch dann bedeckt sich wieder alles, und in der Mitte der Strecke beginnt es zu regnen, was uns mit den Regenmänteln keine Probleme macht. Wir passieren die Eremita Santa Eulalia und ein Felsenloch, wo die Wellen hereinspritzen. Ich sehe eine einzige Bufones, in kreisrundes Loch am Weg. Man hört das Meereswasser darin rauschen. Um 14:45, nach 4 h erreichen wir das Ziel Cuevas de Mar. Wir sind nach 6 Tagen und nach 120 km im Sattel mit den Pferden gut angekommen. Hier werden die Pferde abgeholt. Ich verabschiede mich mit zwei Äpfeln von meinem Pferd Nippon, dass mir ein treuer und williger Tourenbegleiter war und keine Probleme gemacht hatte. In Cuevas del Mar werden wir abgeholt und zu einem Restaurant zum Mittagessen gefahren. Anschliessend fahren wir zum grössten und bekanntesten Cidrehersteller Asturiens dem «Llagar Castañón», wo seit 1938 Apfelwein hergestellt wird. Martha macht eine kundige Führung und lässt uns Cidre probieren. Diesen habe ich nicht bis speziell gern, aber es war sehr interessant. Ich finde sogar ein kleines Geschenk für Vroni. Dann fahren wir nach Oviedo (1 h), wo wir im Hotel Ahura ankommen. Um 20:50 Uhr gehen wir zum Nachtessen ins riesige Restaurant Tierra Astur, wo wir unter ca. 500 Gästen fast untergehen. Das Nachtessen mit Meeresfrüchten ist ausgezeichnet, doch Gespräche kann man kaum führen. Um 22:30 Uhr geht es zurück zum Hotel. Bruno und ich suchen in der Altstadt noch eine Bar, um den letzten üblichen Drink - Carlos Primero - zu nehmen. Leider hatte es keinen. Trotzdem ein schöner Tag und eine schöne Woche geht zu Ende.


Bufóns
sind natürliche Karströhren. Sie entsteht dadurch, dass durch Druck Meeresbrandung Wasser durch Röhren im porösen Kalkstein gepresst wird. An Tagen mit starkem Wellengang entweichen Luft und Wasser unter hohem Druck mit Wasserstrahlen, die grosse Höhen erreichen, nach aussen.